Zur ersten weltweiten Coworking Befragung wurden 661 Coworker aus 24 Ländern zu den unterschiedlichsten Themen befragt. Hier ist eine Zusammenfassung der interessantesten Fragestellungen und Antworten rundum Coworking Spaces.

 

Was wollen und mögen Coworker ?

70% der Coworker mögen ihren aktuellen Coworking Space, weitere 25% finden es dort immerhin okay. Die meisten der Befragten sind seit ihrem Wechsel in ein Coworking Space motivierter (85%) und können sich besser mit anderen Personen austauschen (88%). Ungefähr die Hälfte arbeitet häufig in Teams. (57%).

Mehr als jeder Zweite plant den Arbeitsalltag besser und kann zu Hause mehr entspannen (60%). Immerhin 42% aller Coworker erzielen ein größeres Einkommen.

Auch mit den Preisen sind die meisten zufrieden. 54% finden sie genau angebracht, für ein Viertel sind sie etwas zu hoch, aber immer noch im fairen Bereich (21%).

Bei der Ausstattung sollte, wer hätte das gedacht, unbedingt ein Internetzugang bereitstehen (99%). Fast ebenso gefragt sind bei Coworkern Drucker und Kopierer (80%) sowie mindestens Meetingräume (76%). Häufig wünschen sie sich darüber hinaus auch ein Café (61%) und eine Küche (52%).

Genauso wichtig ist für sie die Zusammenkunft mit anderen Coworkern (86%) und die Möglichkeit, Wissen mit ihnen zu teilen (82%).

Die meisten Coworker arbeiten täglich in einem Coworking Space (41%), jeder Fünfte mindestens drei bis vier Mal die Woche. Mehr als die Hälfte aller Coworker nimmt dafür einen Arbeitsplatz mit einem 24 Stunden-Zugang (55%).

Auf die Frage, was die Coworker am meisten an ihrem derzeitigen Coworking Space lieben, antwortete eine deutliche Mehrheit in nur wenigen Worten: Die persönliche Atmosphäre und die Menschen, mit denen sie ihre Arbeitsplätze teilen.

 

Wer arbeitet als Coworker ?

Die meisten Coworker sind Mitte zwanzig bis Ende dreißig, das Durchschnittsalter liegt bei 34 Jahren. Zwei Drittel von ihnen sind Männer, ein Drittel Frauen.

Die überwältigende Mehrheit der Coworker arbeitet im Bereich der Kreativwirtschaft und den Neuen Medien. Die meisten von ihnen als Web-Entwickler oder Programmierer, wobei die Grenzen zwischen den einzelnen Berufen fließend sind und häufig auch mehr als die Spezialisierung auf nur einen konkreten Beruf erfolgte.

Jeder Neunte gibt an, als Grafik- bzw. Webdesigner sein Einkommen zu verdienen. Genauso viele sind als Berater aktiv, überwiegend mit Fokus auf der Kreativwirtschaft. Den vierten Platz belegen Coworker, die in der PR oder im Marketing arbeiten.

Und was bringt den Coworker ihre Arbeit am Ende des Monats? Ein Viertel aller Coworker gibt an, mehr als das nationale Durchschnittseinkommen zu verdienen.

 

Mann und Frau im Coworking Space

Sollten sich Coworking Spaces für Frauen und Männer unterscheiden? Coworkerinnen wünschen sich jedenfalls öfter eine Trennung zwischen offenen und geschlossenen Räumen (55% gegenüber 37% bei Männern). Mit komplett offenen Räumen kann nur jede zehnte Frau etwas anfangen, bei Männern ist es dagegen mehr als jeder Vierte.

Weshalb die Frauen wahrscheinlich häufiger die Meetingräume nutzen (54% zu 40%). Eine Basisbüroinfrastruktur mit Drucker und Kopierer ist bei ihnen ebenfalls gefragter. Auch die Größe beeinflusst Frauen stärker bei der Auswahl eines Coworking Space. Für 80% von ihnen sollten sie dabei nicht die Zahl von 50 Arbeitsplätzen überschreiten, bei Männern sind es hier 70%.

Auch ist ihnen die Gemeinschaft etwas wichtiger. Sie arbeiten öfter in festeren Teams und seltener allein im Vergleich zu Männern.

Und wie stehts mit den positiven Erfahrungen, die insbesondere Frauen bisher mit ihren Coworking Spaces machten? Sie berichten besonders häufig vom besseren Austausch mit anderen Leuten (91% vs. 84% bei Männern).

 

Was bevorzugen die Coworker ? 

Chrome besiegt Firefox – zumindest bei den Männern und vor allem in den USA und Kanada. Insbesondere Programmierer und Webdesigner führen den Google-Browser dort an die Spitzenposition. Firefox dominiert noch in Europa und Südamerika sowie allgemein bei Frauen den Markt.

Zwei von drei Männern arbeiten an einem Apple. Bei Frauen dreht sich das Verhältnis ins Gegenteil, knapp 60% nutzen das Windows-Betriebssystem. XP ist bei ihnen derzeit verbreiteter (26%). Männer wählten in der Mehrheit bereits die neueste Version, wenn sie überhaupt eine Plattform von Microsoft nutzten.

 

Coworking in welchem Alter ?

Ausgehend vom Durchschnittsalter der Coworker von 34 Jahren. Personen, die noch nicht ihren 20. Geburtstag feierten, wurden wegen ihres zu geringen Anteils von der Analyse ausgeschlossen.

Unter den Jüngsten befinden sich öfter Unternehmer, die mehrere Angestellte beschäftigen. Ältere Coworker sind stattdessen wesentlich häufiger im Marketing, der PR oder in der Schreibzunft beschäftigt, und arbeiten mit steigendem Alter öfter als Selbstständige als ihre jungen Kollegen.

Größere Differenzen offenbaren sich bei anderen Merkmalen. Die Jüngsten können sich seit ihrer Mitgliedschaft in einem Coworking Space zu Hause besser entspannen (70%), bei den Älteren ist es nur jeder Zweite.

Weniger überrascht der überproportionale Einkommensanstieg bei den 20-34jährigen (48%), weil die darüber liegenden Altersgruppen bereits mit höheren Verdiensten in die Coworking Spaces wechselten und ihre Einkommen seltener im gleichen prozentualen Umfang steigern können.

Ein überraschendes Ergebnis noch zum Schluss: Nicht nur die 20-35jährigen lernen besonders viele nützliche Bekanntschaften in einem Coworking Space kennen –  durchschnittlich etwas mehr als sechs innerhalb von zwei Monaten. Bei den über 50jährigen fällt die Zahl dieser Bekanntschaften sogar noch etwas höher aus (knapp 7), während die 35- bis 49jährigen vermutlich wegen der größeren Beanspruchung durch ihre Familie im gleichen Zeitraum durchschnittlich ‚nur’ fünf hilfreiche Personen in einem Coworking Space kennenlernt.


 Für die komplette Studie, die 2010 veröffentlicht wurde, besuchen Sie deskmag: Die erste weltweite Coworking Befragung
(vgl. deskmag: Was macht Coworking Spaces beliebt? URL: http://www.deskmag.com/de/was-coworking-spaces-bieten-162.)